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Leinsamen und Lignane

Die Flachspflanze

Leinsamen ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt und stammt vermutlich aus dem Vorderen Orient und dem Mittelmeerraum. Der gebräuchlichste Lein, die Flachspflanze „Linum usitatissimum“, ist etwa 1,5 m hoch, trägt schmale Blätter und himmelblaue Blüten. In den hellbraunen Fruchtkapseln befinden sich bis zu 10 Samen. Es gibt bei der Flachspflanze zwei auf die jeweilig Nutzung optimierte Züchtungen: Öl- und Faserlein. Aus den Samen des Ölleins wird Leinöl gepresst. Im letzten Jahrhundert war das nährstoffreiche Leinöl in unseren Breiten eines der am häufigsten verwendeten Öle. Aufgrund seines hohen Gehaltes an mehrfach ungesättigten Fettsäuren erfährt Leinöl heute wieder eine stärkere Beachtung.

Leinsamen zählen mit 370-380 kcal pro 100 g zu den hoch kalorischen Lebensmitteln, da sie neben einem moderaten Anteil an Eiweiß einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren liefern. Aufgrund seines unglaublich großen gesundheitlichen Nutzens legen mittlerweile immer mehr Verbraucher Wert auf dieses funktionelle Nahrungsmittel und auf Lebensmittel, die mit Leinsamen angereichert sind. Leinsaat ist unter anderem in Leinsamenpulver, in Ölen und auch in manchen fertig angebotenen Brot- und Gebäcksorten sowie in Müslimischungen.

Die Flachspfanze
Bereits seit über 5000 Jahren werden Produkte aus Lein für die menschliche Ernährung genutzt.

Omega-3 und Omega-6 im Verhältnis

Gesunde Fettsäuren

Leinsamen werden zahlreiche günstige Wirkungen auf den Körper zugeschrieben. Der hauptsächliche Anteil der Fettsäuren in Leinsamen ist mehrfach ungesättigt und besteht hier wiederum aus Alpha-Linolensäure (ALA), eine essenzielle Omega-3-Fettsäure. Essentiell bedeutet, dass diese Fettsäure vom Körper nicht selber herstellbar ist und somit zur Bedarfsdeckung über die Nahrung zugeführt werden muss.

Unter den Pflanzen weisen Leinsamen den höchsten Gehalt an dieser mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäure auf. Omega-3 Fettsäuren sind Ausgangssubstanzen für Strukturlipide der Zellmembranen und Gewebebotenstoffe. Für positive Effekte auf die Gesundheit kommt es auf das Verhältnis der Omega-3- zu den Omega-6-Fettsäuren an. Günstig ist es, mehr Omega-3-Fettsäuren beispielsweise über Leinöl oder Leinsamen zu konsumieren und gleichzeitig weniger Omega-6-Fettsäuren aufzunehmen, die unter anderem in Sonnenblumen-, Distel- und Rapsöl stecken.


Lignane und ihre Wirkung

Leinsamen ist reich an Lignanen, deren potenzieller Nutzen für die Gesundheit von Frauen und Männern immer mehr ins Zentrum wissenschaftlichen Interesses rückt.

Bei Lignanen handelt es sich um Pflanzennährstoffe, die in unraffiniertem Getreide, Hülsenfrüchten, bestimmten Gemüsesorten und Samen vorkommen. Lein liefert das 75- bis 800-fache an Lignanen im Vergleich zu den meisten anderen Pflanzen. Die biologischen Eigenschaften von Lignanen sind umfangreich. Es handelt sich um hormonwirksame Phytoöstrogene, also natürliche Pflanzenöstrogene, die eine ausgleichende Wirkung auf den Hormonhaushalt von Frau und Mann haben. Darüber hinaus haben Lignane eine stark antioxidative Wirkung.

Leinsamen ist reich an Lignanen

Ballast- und Schleimstoffe in Leinsamen und ihre Wirkung
Die ballaststoffreiche Schale macht einen relativ großen Teil der Masse von Leinsamen aus.

Ballast- und Schleimstoffe in Leinsamen und ihre Wirkung

Leinsamen sind schleimbildend und quellfähig. Dies bewirkt, dass durch die Quellung der Schleimstoffe Wasser im Darm zurückgehalten und der Stuhl damit erweicht wird. Gleichzeitig wird durch die Schleimstoffe die Gleitfähigkeit des Darminhalts verbessert und durch die Volumenvergrößerung (Dehnungsreiz) die Darmmotorik angeregt, d. h. der Transport beschleunigt.

Studien wiesen nach, dass leicht aufgebrochene Leinsamen eine bessere Wirkung auf eine gute Darmpassage haben. Wichtig bei jedem Verzehr von Leinsamen ist, dass aufgrund seiner hohen Quellfähigkeit viel Flüssigkeit aufgenommen wird.

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Ganz oder geschrotet?

Leinsamen kann man in unterschiedlicher Beschaffenheit kaufen. Sie sind als ganzer Samen oder geschrotet erhältlich. Geschrotete Leinsamen können im Gegensatz zu ganzen Samen quellen. Ganze Leinsamen passieren den Magen-Darm-Trakt unverändert. Der Körper ist bei ganzer Leinsaat nicht in der Lage, an die wertvollen Inhaltsstoffe zu gelangen.

Beim Schroten werden die Samenkörner mechanisch verarbeitet und zerkleinert (aufgebrochen). Wie stark diese Verarbeitung stattfindet, kann individuell gesteuert werden. Bei geschroteten Leinsamen ist von einem etwas höheren Brennwert als bei ganzen Leinsamen auszugehen, da der Verdauungstrakt besser an die Nährwerte herankommt.

Dr. Budwig Leinsamenprodukte sind naturbelassene und geschrotete Leinsamen, die nach den Vorgaben von Dr. Johanna Budwig kontrolliert biologisch angebaut und mit großer Sorgfalt weiterverarbeitet werden. Die schützende Schale der wertvollen Samen wird aufgebrochen und damit die Wirkung der gesundheitsfördernden Bestandteile aktiviert.

Die besten Quelleigenschaften haben geschrotete Leinsamen.
Die besten Quelleigenschaften haben geschrotete Leinsamen.

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