Test-Sieger Trusted Shops

Helfen Omega-3-Fettsäuren bei rheumatoider Arthritis?

Helfen Omega-3 Fettsäuren bei Rheumatoider-Arthitis

Von Gastritis über Dentitis, Otitis und Hepatitis bis zur Meningitis – Entzündungen sind so vielfältig wie ihre Ursachen. So kann ein eingetretener Nagel, ein Virusbefall oder auch ein Chemikalienkontakt eine Abwehr unseres Körpers auslösen. Die Reaktion des menschlichen Körpers auf eine Entzündung ist dabei immer die gleiche. Zielsicher wird zunächst der Ort des Entzündungsreizes isoliert und die lokale „Polizei“ in Form von Fresszellen alarmiert. Ist Verstärkung von Nöten, kommt ein „Sondereinsatzkommando“ mit ausgebildeten Spezialisten, die z.B. Antikörper bilden.

Auch die Autoimmunerkrankungen, wie die rheumatoide Arthritis, umgangsprachlich auch “Rheuma” genannt, zählen zu den Entzündungen. Nur, dass in ihrem Fall das Immunsystem das eigene Gewebe abwehrt. Um im Bild der Polizei zu bleiben, versagt hier also die „Geheimpolizei“ des Körpers, die so genannten T-Zellen. Normalerweise sollen diese Zellen körperfremde Störreize melden. Doch im Falle einer Autoimmunerkrankung werden fälschlicherweise eigene Körperzellen als Eindringlinge gemeldet. Das Immunsystem schlägt Alarm und beginnt den eigenen Körper oder einzelne Organe, im Falle des Rheumas die Gelenke und bindegewebige Strukturen im Körper, zu bekämpfen.

Die klassische Therapie von Autoimmunerkrankungen entspricht der Medikation nach Organtransplantation und zielt auf die Unterdrückung des fehlgeleiteten Immunsystems, z.B. mit Kortikoiden oder anderen Immunsuppressiva. Die Nebenwirkungen sind vielfältig und schwerwiegend, müssen aber vor dem Hintergrund der Therapienotwendigkeit gesehen werden.

Ergebnisse aus klinischen Studien zeigen, dass eine die Arzneimittelbehandlung begleitende Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren folgende positive Effekte hervorruft:

  • Schmerzlindernde Entzündungshemmer können reduziert werden.

  • Die Morgensteifigkeit wird verringert.

  • Die Zahl schmerzhafter Gelenke wird verringert.

  • Die Produktion von Zytokinen, die eine Entzündung fördern, wird gehemmt.

Der postulierte und nachgewiesene Wirkmechanismus von Omega-3-Fettsäuren sollte in der Lage sein, den Ausbruch einer Autoimmunerkrankung zu verhindern oder zu verzögern, also prophylaktisch zu wirken. Gezielte, vertiefende klinische Studien zu dieser Frage sind zu aufwändig, um an eine Realisierung zu denken. Allerdings hat der Vergleich: "Inuit versus dänische Festlandsbevölkerung" zu dieser Frage eigentlich schon eine Antwort gegeben.

Schwer zu beweisen – Inuit geben Antwort

Es war eine epidemiologische Beobachtung, die auf eine mögliche Wirkung von Omega-3-Fettsäuren bei Entzündungen und Autoimmunerkrankungen hinwies. Sich traditionell mit viel Fisch ernährende Inuit und Japaner zeigten nämlich eine sehr geringe Rate an Psoriasis und Typ 1-Diabetes. Multiple Sklerose war bei den Inuit sogar gänzlich unbekannt. Auch das Vorkommen der chronischen Entzündungserkrankung Asthma war vergleichsweise gering. Da sich die Rate der Autoimmunerkrankungen bei westlich lebenden Inuit oder Japanern erhöht, machten die Forscher die Ernährungsgewohnheiten verantwortlich. Denn die traditionell lebenden Japaner und Inuit verspeisen viele omega-3-haltige Meerestiere.

Nachweislich wirkt eine erhöhte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren hemmend auf eine Entzündung und Studien in einem speziellen Mausmodell bestätigten diese Überlegungen auch für Autoimmunerkrankungen. In dieselbe Richtung weisen zudem Studien mit freiwilligen Versuchspersonen.

Ernährung bei rheumatischen Erkrankungen

Ziele der Ernährungstherapie bei rheumatischen Erkrankungen sind vor allem die Bekämpfung einer Fehl- und Mangelernährung, die Entzündungshemmung, Osteoporoseprophylaxe sowie das Erkennen und die Beachtung von Nahrungsmittelsensitivitäten und -unverträglichkeiten.

Die Entzündungshemmung erfolgt insbesondere durch eine Optimierung des Omega-6- und Omega-3-Fettsäurenspektrums in der Nahrung. Darüber hinaus sollte eine Reduktion der Arachidonsäure in der täglichen Ernährung angestrebt werden. Diese mehrfach ungesättigte Fettsäure nimmt eine zentrale Stellung im Entzündungsgeschehen ein und ist Ausgangssubstanz vieler entzündungsfördernder Substanzen im Körper. Arachidonsäure findet sich in den meisten tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Wurst, fetten Milchprodukten wie Käse, Sahne und Butter sowie in Eiern. Aber auch Omega-6-haltige Pflanzenöle, wie Sonnenblumen- oder Distelöl, bilden die Ausgangssubstanz zur Bildung von Arachidonsäure im Körper.

Gleichzeitig sollten vermehrt entzündungshemmend wirkende Omega-3-Fettsäuren, z.B. aus Leinöl, zugeführt werden. Idealerweise in Verbindung mit Borretschöl, das aufgrund seines hohen Gehaltes an GLA eine entzündungshemmende Wirkung im Körper entfaltet. Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen lässt sich mit einem solchen Ernährungsregime in vielen Fällen eine Besserung des Beschwerdebildes erreichen. Die Ernährungstherapie rheumatischer Erkrankungen ist durch häufige Begleiterkrankungen und körperlichen Einschränkungen der Patienten komplex und sollte stets im Team mit Ernährungstherapeuten, Ergo- und Physiotherapeuten durchgeführt werden. Sie ist als adjuvante Behandlung zu sehen und sollte einsetzen, sobald die Diagnose gesichert ist.

Studien zur Wirkung von mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf rheumatische Erkrankungen

Gamma-Linolensäure (GLA) reduziert Symptome der rheumatischen Arthritis
Eine Studie der University of Pennsylvania School of Medicine, Philadelphia* kam zum Thema “Rheumatoide und andere Entzündungen” zu folgenden Ergebnissen: Gamma-Linolensäure (GLA) und seine mit ihm verwandten Prostaglandine weisen entzündungshemmende Eigenschaften auf. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die tägliche Gabe von 1,2 - 1,4 Gramm GLA über eine Zeitspanne von 12 - 24 Wochen die Symptome der rheumatoiden Arthritis deutlich reduzierte, ohne Nebenwirkungen zu verursachen.

* Leventhal et al. 1993, Pullman-Mooar et al. 1990

Pflanzliche Omega-3-Fettsäuren können Rheumaleiden lindern
Noch bis Anfang der 1980er Jahre galt die Meinung der American Rheumatic Association (ARA), dass weder ein Nahrungsmittel im Zusammenhang mit dem Auftreten einer Arthritis steht, noch ein Lebensmittel dazu geeignet ist, eine Arthritis zu bessern oder zu heilen. Diese Meinung ist inzwischen jedoch überholt. Heute weiß man, dass eine spezielle Ernährung bei rheumatischen Erkrankungen helfen kann.* Sie lindert die Beschwerden und sorgt dafür, dass weniger Rheumamedikamente eingenommen werden müssen, die den Magen oft belasten. Für Betroffene wird damit ein Traum wahr.
Rheumatologen der Universität München haben darüber hinaus nachgewiesen, dass natürliche Inhaltsstoffe aus pflanzlichen Ölen Rheumaleiden wirksam bekämpfen.** In ihrer klinischen Studie behandelten sie ihre Patienten mit entzündlichem Rheuma entweder mit Fischöl oder mit Pflanzenöl. Beide Arten von Ölen enthalten unterschiedliche Fettsäuren, von denen man weiß, dass sie entzündungshemmende Wirkung entfalten.
Die Behandlungsform mit beiden Öl-Arten zeigte Erfolge. Drei Monate nach Beginn der Behandlung konnte eine deutliche Verbesserung in den entzündeten Gelenken festgestellt werden - die Patienten litten nicht mehr so stark unter ihrer Erkrankung. Bei den eingesetzten Pflanzenölen, wie z.B. Leinöl, zeigte sich gegenüber Fischöl jedoch ein deutlicher Vorteil: Sie wirken sich nicht nur günstig auf das Entzündungsgeschehen aus, sondern zusätzlich auf den Cholesterinwert. Dadurch kann ein gleichzeitig bestehendes Herz-Kreislauf-Risiko verringert werden. Die für diese positiven Wirkungen verantwortliche pflanzliche Omega-3-Fettsäure heißt Alpha-Linolensäure (ALA). Leinöl hat von allen natürlich vorkommenden Ölen den höchsten Anteil an ALA. Die Zufuhr von Leinöl ist damit bei rheumatischen Beschwerden ernährungstherapeutisch zu empfehlen.

*Adam, O. (2009): Ernährungstherapie bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. In: Journal für Ernährungsmedizin, Ausgabe 2/2009: 14-17

**Schnurr, C. (2010): Ernährungsstudie an Patienten mit rheumatoider Arthritis: Effizienz der α-Linolensäurezufuhr, die mit Fischölkapseln erreichten Spiegel der
Eicosapentaensäure aufrecht zu erhalten. Dissertation. LMU München:
Medizinische Fakultät

Entzündungshemmende Wirkung von Omega-3-Fettsäuren
Die kontrollierte Zufuhr mehrfach ungesättigter Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren) mit der Nahrung zeigt einen entzündungshemmenden Effekt. Zu diesem Ergebnis kommt ein amerikanisches Forscherteam im Rahmen einer anderen klinischen Studie*.
Bei der Studie erhielten gesunde Probanden über vier Wochen eine kontrollierte, omega-3-reiche Diät, die auch Borretsch-Öl enthielt. Eine Vergleichsgruppe erhielt diese Diät nicht. Anschließend wurde das Blut der Versuchspersonen analysiert, wobei die im Blut enthaltenen Entzündungszellen isoliert und auf die Produktion entzündungshemmender körpereigener Botenstoffe (sogenannte Prostaglandine) hin untersucht wurden. Deutlich wurde dabei, dass die Entzündungszellen derjenigen Gruppe, der omega-3-reiches Öl zugeführt wurde, deutlich weniger entzündungshemmende Botenstoffe produzierten.
Das Forscherteam fasst zusammen: "Diese Daten zeigen, dass mehrfach ungesättigte Fettsäuren ihre klinischen Effekte durch ihre Fähigkeit entfalten, Signal-Transduktions-Gene und Gene für proinflammatorische Zytokine zu regulieren."

* K. L. Weaver., P. Ivester, M. Seeds, L. D. Case, J. P. Arm, F. H. Chilton: Effect of Dietary Fatty Acids on Inflammatory Gene (2009): The Journal of Biological
Chemistry, Vol.  284, No. 23: 15400−5407.

Achtung: Sie haben JavaScript ausgeschaltet!
Schalten Sie JavaScript bitte an, damit Sie diese Website benutzen können.

Erfahren Sie hier, wie Sie JavaScript wieder einschaltet.

Ihr Browser ist veraltet und hat Sicherheitslücken!
Aus Sicherheitsgründen können mit Ihrem Browser bei uns NICHT einkaufen.

Erfahren Sie hier, was ein Browser ist und wie Sie diesen sicherer machen können.