"Es gibt alles auch in lecker"

Spitzenkoch Carsten Kindermann (45) vom Restaurant "Das weiße Haus" arbeitete am Kochbuch "Die Öl-Eiweiß-Kost" mit. Gemeinsam mit seiner Frau Annette ist er Inhaber des Restaurants "Das weiße Haus" im niedersächsischen Rastede. Für seine Küche wird der dreifache Vater von sämtlichen Fachmagazinen regelmäßig ausgezeichnet: So wählte Gault Millau "Das Weiße Haus" gerade unter die besten 20 aller niedersächsischen Restaurants.

Herr Kindermann, Kochen alleine reicht Ihnen wohl nicht mehr.
Doch eigentlich schon. Wieso fragen Sie?

Weil Sie an dem Kochbuch "Die Öl-Eiweiß-Kost" von Dr. Armin Grunewald mitgewirkt haben.
Kindermann: Ach so, dazu bin ich aber eher wie die Jungfrau zum Kinde gekommen. Dr. Grunewald ist ja der Neffe der mehrfach für den Nobelpreis nominierten Wissenschaftlerin Frau Dr. Johanna Budwig, die wiederum Autorin des 350.000 Mal verkauften Kult-Kochbuchs "Öl-Eiweiß-Kost" ist. Nach dem Tod seiner Tante im Jahr 2003 wollte Dr. Grunewald diesen Klassiker neu auflegen - und hat mich gefragt, ob ich die Rezepte nicht zeitgemäß interpretieren und neue dazu entwickeln wollte.

Und sie wollten?
Kindermann: Ja, denn die Öl-Eiweiß-Kost ist eine spannende Sache. Ihre Basis ist Leinöl - und die darin enthaltenen ungesättigten Fettsäuren Omega-3, -6 und -9 wirken sehr positiv bei verschiedenen Krankheitsbildern wie Koronale Herzkrankheit, Arteriosklerose oder Schlaganfall. Daher habe ich bei dem Projekt sehr gerne mitgearbeitet. Als Kladde existiert übrigens auch schon ein weiteres Buch.

Sie sind ein im wahrsten Sinne ausgezeichneter Spitzenkoch. Was passiert, wenn Öl-Eiweiß-Kost auf Gourmetküche trifft?
Sie sind sich ausgesprochen sympathisch! Wie es diese Gesundheitsküche vorschreibt, nutzen auch wir nach Möglichkeit regionale Bioprodukte und verwenden naturbelassene Grundnahrungsmittel. Mich haben die alten Rezepte beim Durcharbeiten und Kochen auch zu Neuem inspiriert - so hat meine Lieblingskreation "Lauchsalat à la Kindermann" bereits echte Anhänger. Ich habe hierfür kräftigen Lauch mit fruchtigem Apfel und der Süße einiger Rosinen kombiniert - delikat!

Dabei hat Leinöl ja nicht den besten Ruf, was seinen Geschmack betrifft...
Völlig zu unrecht! Ob zu Quark, zu Müsli, zu Salaten - mir schmeckt es, meiner Frau und meinen Gästen auch. Gesund und wohlschmeckend passt in diesem Fall also wunderbar zusammen. Natürlich gilt das nicht für jedes x-beliebige Billig-Leinöl. Aber wie ich immer sage: Es gibt alles auch in lecker!
Was in diesem Fall bedeutet: Sie verwenden Leinöle von Dr. Budwig's.
Richtig, ich nahm für alle Rezepte das Basis Leinöl von Dr. Budwig's: Das Öl an sich schmeckt man kaum raus. Es wirkt nur geschmacksverstärkend und gibt zum Beispiel Quark oder Jogurt einen sahnig-cremigen Charakter.

Und für andere Leinöle gilt das nicht?
Genau wie bei Olivenöl schmecken die günstigen Leinölprodukte meist extrem bitter. Dabei ist weder die Olive fies noch der Lein gemein - die Bitterkeit liegt am Pressverfahren: Je intensiver die Früchte ausgepresst werden, desto mehr Bitterstoffe gelangen aus der Schale in das Öl. Machen Sie einmal selbst den Vergleich: Etwas Dr. Budwig's und einige andere Leinöle zum Vergleich auf Weißbrot tröpfeln. Der Unterschied ist erstaunlich! Die Erklärung: Bei Budwig werden die Leinsamen nur zu 50 Prozent ausgepresst, anstelle sonst üblicher 90 Prozent.

Letzte Frage: Wie finden eigentlich Kinder die Öl-Eiweiß-Kost?
Absolut lecker! Das gilt zumindest meine drei Kinder und die unserer Restaurantgäste! Meine neunjährige Tochter war übrigens oft bei den Kochterminen für das Buch "Die Öl-Eiweiß-Kost" mit dabei und hat ihren Senf dazu abgegeben. Resultat: Ein Ketchup-Rezept ist jetzt auch im Buch drin!

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.kindermann-weisseshaus.de

 
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